Sommerloch

Große AnsichtMein Autoradio ist kaputt, das blöde Teil. Als ich dies bei dem normalen Inspektionstermin erwähnte, wurde mir barsch beschieden: “Dann müssen Sie den Wagen nochmal einen Tag hierlassen, das ist eine komplizierte Angelegenheit.” Habe ich dann nicht gemacht, es ging nicht, zeitlich und auch emotional nicht, denn Anlaß zur Inspektion waren Zahnriemenwechsel und Achsmanschettentausch. Wen würde denn nicht bei den Begriffen “Zahn und Manschetten” die Assoziation Angst umfangen ?


Aber was nun ? Ich habe versucht das Teil namens Beta auszubauen, aber es bedarf dessen Spezialwerkzeug, irgendwelche Klammern – sagte man mir. Ich habe es ohne versucht, wollte den Ausbaumechanismus aber nicht derart beschädigen, daß ein Dieb dann leichtes Spiel beim Raub des kaputten Dings haben würde. Für mich ist die Notwendigkeit dieses Mechanismus durchaus verständlich, habe ich doch mein gesamtes Kapital in einem Schweizer Bankschließfach deponiert, um dann zunächst den Schlüssel zu vernichten und mich anschließend geblitztdingst.
Ich gab deshalb das Bemühen auf, das Gerät selbigst in den Zustand seiner Bestimmung zurückzuversetzen.

Der vorhergehende Prozeß der Verstummung begann im übrigen schleichend und unvorhersehbar. Mal einmal, mal dreimal am Tag und das über Monate. Es hatte natürlich seinen Reiz, die Dudelkiste mit Hilfe des (inzwischen auswendig gelernten) Codes und den üblichen, die Hand verrenkenden Tastenkombinationen, bei Tempo 180 wieder zum sprechen zu bewegen, wenn für Minuten mal wieder das Display schwarz geblieben war. Aber dann wurden, seit dem letzten Ausfall, aus Minuten – Stunden, Tage, Wochen, Monate. Keine Sabine Töpperwien und kein Manni Breuckmann auf den Wegen zu Auswärtsspielen.

Ich habe es mit Gesang versucht. Allein ist es eine ganz gute Lösung, mit Beifahrern aber etwas schwierig. Spätestens bei der stimmlichen Intonierung (ein Begriff aus der Orgelkunde) der Gitarrensoli (man denke z.B. an Radar Love) meine ich, trotz absolut auf den Verkehr gerichteter Konzentration meinerseits, Schmerz und Entsetzen neben mir wahrnehmen zu können. Ich meine sogar körperlich den dringenden Wunsch der Mitfahrer zu verspüren, meiner Stimme eine neue Bekielung ( ebenfalls ein Begriff aus der Orgelkunde ) zukommen zu lassen.

Was hatte das ganze nun mit Handball zu tun ? Nix, aber ist ja auch Sommerloch.

PS: Kann jemand so ein Radio ausbauen 😉

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